„They Never Asked Me“

Ein Gedicht über die gemein­same Geschichte der Conter­gan­be­trof­fe­nen von Simone Ilgner

Giselle Cole

Beim „Egmond Circle“ hat Giselle Cole mit Simone Ilgners Gedicht „They Never Asked Me“ viele Menschen berührt. Es erzählt von den Erfah­run­gen der Conter­gan­be­trof­fe­nen, von Vorur­tei­len und Wider­stän­den, aber auch von Stärke, Selbst­be­stim­mung und dem Zusam­men­halt über Länder­gren­zen hinweg. Zugleich erin­nert es an dieje­ni­gen, die nicht mehr unter uns sind.

Nach dem Vortrag wurde mehr­fach der Wunsch geäu­ßert, das Gedicht noch einmal nach­le­sen zu können. Deshalb veröf­fent­li­chen wir es hier im engli­schen Origi­nal und in deut­scher Übersetzung.

Das Gedicht entstand auf Grund­lage persön­li­cher Erin­ne­run­gen, Gedan­ken und Erfah­run­gen von Simone Ilgner mit Unter­stüt­zung von ChatGPT (KI von OpenAI).

ENGLISCHES ORIGINAL

They Never Asked Me

Simone Ilgner

They never asked me, never warned my Mum,
A tiny pill in her hand – Thali­do­mide – harm­less, they’d hum.
“Helps with sick­ness, helps you sleep, nothing more,”
But beneath that calm, the storm was waiting at the door..

I was born amid head­lines, whis­pers, and stares,
People coun­ting what was miss­ing instead of noti­cing what was there.
Short arms, three fingers, no thumbs on each side -
They measu­red my body, but they never measu­red my pride.

Doctors listed limits as if they knew who I would be,
While my Mum saw a spark only she could see.
Dad said “She’ll never do this,” writing fears like a list,
Mum said, “She’s got a finger for a wedding ring – don’t dismiss.”

So we learned.
Not the way others learn – our own way.
Turned what they called disa­bi­lity into strength every day.
Jobs, marria­ges, child­ren – yeah, we fought every fight,
Every small victory felt like reclai­ming our right.

They called us “victims.”
But we refuse that name.
We’re survi­vors, chal­len­gers – you will remem­ber our flame.
They saw what we didn’t have and called it a flaw,
Every “can’t” became a win that left them wide-eyed in awe.

We don’t want pity. We’re not here for your sorrow.
We want respect – hard-earned, not borrowed.
They tried to define our future with clini­cal doubt,
But how we have lived our lives drowns that noise out.

We were scat­te­red across count­ries, oceans apart,
Diffe­rent languages spoken, but the same fire in our heart.
Same story, same struggle, same silent fight —
Born into batt­les we never chose, yet we rose to the light.

From Canada to Germany, Japan to the UK,
We found one another and built some­thing they can’t take away.
We don’t share blood – we share courage, shared scars,
A global constel­la­tion – survi­vors shaped like stars.

We’re not just indi­vi­du­als – we’re a world­wide family,
Linked by resi­li­ence, bonded through tragedy.
They measu­red our limbs, but they never knew our worth -
We’re proof of strength on every corner of Earth.

We’re a world­wide family, bonded in the rarest way,
But time keeps moving, and it takes our own away.
We’ve shared laughs, shared batt­les, shared every scar,
Now we’re light­ing cand­les for the ones who’ve gone too far.

We feel every loss — it echoes in our chest,
Because each one leaving takes a piece of all the rest.
We were warri­ors from birth, we were never meant to hide,
But even warri­ors grow tired from the moun­ta­ins we’ve climbed.

Names turn into memo­ries, faces into air,
And we honour them in stories, in the courage that we share.
We hold on to each other – this family, worldwide -
Because every good­bye reminds us how precious it is to still be alive.

This poem was crea­ted by Simone with the assis­tance of ChatGPT (AI by OpenAI), based on her own memo­ries, perso­nal reflec­tions and lived experience.

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DEUTSCHE ÜBERSETZUNG

Sie haben mich nie gefragt

Simone Ilgner

Sie haben mich nie gefragt, meine Mutter nie gewarnt,
Eine kleine Tablette in ihrer Hand – Thali­do­mid –, harm­los, so hieß es.
„Hilft gegen Übel­keit, hilft beim Schla­fen, sonst nichts“,
Doch hinter dieser Ruhe wartete schon der Sturm.

Ich wurde gebo­ren, umge­ben von Schlag­zei­len, Geflüs­ter und Blicken,
Menschen zähl­ten, was fehlte, statt zu sehen, was da war.
Kurze Arme, drei Finger, auf beiden Seiten keine Daumen –
Sie verma­ßen meinen Körper, aber nie meinen Stolz.

Ärzte zähl­ten Einschrän­kun­gen auf, als wüss­ten sie, wer ich einmal sein würde,
Während meine Mutter einen Funken sah, den nur sie erken­nen konnte.
Papa sagte: „Das wird sie nie können“, und reihte seine Befürch­tun­gen aneinander,
Mama sagte: „Sie hat einen Finger für einen Ehering – unter­schätzt sie nicht.“

Also lern­ten wir.
Nicht so, wie andere lernen – auf unsere eigene Weise.
Was sie Behin­de­rung nann­ten, verwan­del­ten wir Tag für Tag in Stärke.
Arbeit, Ehen, Kinder – ja, wir haben jeden Kampf ausgefochten,
Jeder kleine Sieg fühlte sich an, als holten wir uns unser Recht zurück.

Sie nann­ten uns „Opfer“.
Aber diese Bezeich­nung lehnen wir ab.
Wir haben über­lebt, wir stel­len uns Heraus­for­de­run­gen – ihr werdet unser Feuer nicht vergessen.
Sie sahen, was uns fehlte, und nann­ten es einen Makel,
Jedes „Das geht nicht“ wurde zum Erfolg, über den sie staunten.

Wir wollen kein Mitleid. Wir sind nicht hier, damit ihr uns bedauert.
Wir wollen Respekt – hart erar­bei­tet, nicht geliehen.
Sie versuch­ten, unsere Zukunft mit medi­zi­ni­schen Zwei­feln festzulegen,
Doch die Art, wie wir unser Leben gelebt haben, über­tönt all das.

Wir lebten verstreut über Länder, durch Ozeane getrennt,
Spra­chen verschie­dene Spra­chen, doch trugen dasselbe Feuer im Herzen.
Dieselbe Geschichte, derselbe Kampf, dasselbe stille Ringen –
In Kämpfe hinein­ge­bo­ren, die wir uns nie ausge­sucht hatten, und doch fanden wir ins Licht.

Von Kanada bis Deutsch­land, von Japan bis Großbritannien
Fanden wir einan­der und schu­fen etwas, das uns niemand nehmen kann.
Uns verbin­det nicht das Blut – uns verbin­den Mut und gemein­same Narben,
Ein welt­wei­tes Stern­bild – Über­le­bende, die wie Sterne leuchten.

Wir sind nicht nur Einzelne – wir sind eine welt­weite Familie,
Verbun­den durch Wider­stands­kraft, zusam­men­ge­schweißt durch eine Tragödie.
Sie verma­ßen unsere Glied­ma­ßen, aber erkann­ten nie unse­ren Wert –
Wir sind der Beweis für Stärke in allen Teilen der Erde.

Wir sind eine welt­weite Fami­lie, auf eine ganz beson­dere Weise verbunden,
Doch die Zeit schrei­tet voran und nimmt Menschen aus unse­rer Mitte.
Wir haben mitein­an­der gelacht, gekämpft und unsere Narben geteilt,
Nun zünden wir Kerzen an für jene, die nicht mehr bei uns sind.

Wir spüren jeden Verlust – er hallt in unse­rer Brust nach,
Denn mit jedem Menschen, der geht, verlie­ren wir auch einen Teil von uns.
Wir waren von Geburt an Kämp­fe­rin­nen und Kämp­fer, nie dazu bestimmt, uns zu verstecken,
Doch selbst Kämp­fende werden müde ange­sichts der Berge, die sie erklom­men haben.

Namen werden zu Erin­ne­run­gen, Gesich­ter verblassen,
Und wir ehren sie in unse­ren Geschich­ten, in dem Mut, den wir teilen.
Wir halten anein­an­der fest – diese Fami­lie auf der ganzen Welt –,
Denn jeder Abschied erin­nert uns daran, wie kost­bar es ist, noch am Leben zu sein.

Das Gedicht entstand auf der Grund­lage von Simo­nes eige­nen Erin­ne­run­gen, Gedan­ken und Lebens­er­fah­run­gen mit Unter­stüt­zung von ChatGPT (KI von OpenAI). Es wurde aus dem Engli­schen über­setzt ins Deut­sche mithilfe von ChatGPT.

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