Grenzen überschreiten – Der Contergan-Skandal in Brasilien

Die Autorin und Contergan-Betroffene Rosân­gela Nasci­mento schil­dert die anhal­ten­den Folgen des Medi­ka­ments Thali­do­mid in Brasilien.

Rosângela Nasci­mento – Atra­ves­sando fronteiras

Während das Medi­ka­ment Conter­gan in Deutsch­land bereits 1961 vom Markt genom­men wurde, blieb der Wirk­stoff Thali­do­mid in Brasi­lien weiter­hin im Einsatz, insbe­son­dere zur Behand­lung von Lepra. Mangelnde Kontrol­len und die unzu­rei­chende Aufklä­rung über die Risi­ken führ­ten dazu, dass auch in späte­ren Jahr­zehn­ten Kinder mit schwe­ren, durch Thali­do­mid verur­sach­ten Fehl­bil­dun­gen gebo­ren wurden.

In ihrem 2011 erschie­ne­nen Buch „Atra­ves­sando Fron­tei­ras“, auf Deutsch „Gren­zen über­schrei­ten“, beschäf­tigt sich Rosân­gela Nasci­mento mit dieser beson­de­ren Geschichte des Contergan-Skandals. Der Unter­ti­tel „Tali­do­mida, a impu­ni­dade conti­nua“ – „Thali­do­mid, die Straf­lo­sig­keit dauert an“ – bringt die zentrale Botschaft des Buches auf den Punkt: Die Verant­wor­tung für die fort­ge­setz­ten Schä­di­gun­gen ist nach Auffas­sung der Autorin bis heute nicht ausrei­chend aufgearbeitet.

Rosân­gela Nasci­mento, selbst 1961 mit einer Thalidomid­schädigung gebo­ren, enga­giert sich seit vielen Jahren für die Rechte der Betrof­fe­nen. Als ehema­lige Präsi­den­tin der brasi­lia­ni­schen Verei­ni­gung der Thali­do­mid­ge­schä­dig­ten (ABVT) setzte sie sich insbe­son­dere für die gesell­schaft­li­che Aner­ken­nung, eine ange­mes­sene Entschä­di­gung und die Verbes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen ein.

Ihr Buch verbin­det persön­li­che Erfah­run­gen mit der poli­ti­schen Ausein­an­der­set­zung um die Folgen des Arznei­mit­tel­skan­dals. Es macht auf die Situa­tion verschie­de­ner Gene­ra­tio­nen von Thali­do­mid­ge­schä­dig­ten aufmerk­sam und verdeut­licht, wie wich­tig wirk­same Schutz­maß­nah­men, gesell­schaft­li­che Aufklä­rung und die Über­nahme von Verant­wor­tung sind.

„Atra­ves­sando Fron­tei­ras“ eröff­net damit eine inter­na­tio­nale Perspek­tive auf die Geschichte von Conter­gan. Das Buch erin­nert daran, dass die Auswir­kun­gen des Medi­ka­ments weit über Deutsch­land und Europa hinaus­rei­chen – und dass der Kampf um Aner­ken­nung und Gerech­tig­keit bis heute andauert.

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Unser Tipp:

Beim „Egmond Circle“ liest Dr. Chris­tina Ding-Greiner aus ihrem Buch vor.

Wann: Frei­tag, 30. Okto­ber 2026, 16:00 bis 17:30 Uhr
Wo: Abdi­j­zaal, Hotel Zuiderduin

Bibliografische Angaben

Biblio­gra­fi­sche Angaben

Das Buch liegt sowohl in portu­gie­si­scher als auch in engli­scher Spra­che unter dem Titel „Crossing Borders – Thali­do­mide, Impu­nity Conti­nues …“ vor.

Titel: Atra­ves­sando fron­tei­ras – Tali­do­mida, a impu­ni­dade conti­nua / engl.: Crossing Borders – Thali­do­mide, Impu­nity Continues …
Autorin: Rosân­gela Nascimento
Erschei­nungs­jahr: 2011
Spra­che: Portu­gie­sisch (Brasi­lien)
Verlag: Editora Tradi­ção Planalto
Umfang: 160 Seiten
ISBN: 978–8599361214
Preis: abhän­gig vom Anbieter

Ein Ansichts­exem­plar in portu­gie­si­scher und engli­scher Spra­che liegt während der Veran­stal­tung am Bücher­tisch Lounge 2 aus.

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