Älterwerden mit Thalidomidschädigung – was brauchen wir in Zukunft? (EN)
28.10., 16:00 bis 17:30
Bedürfnisse, Wünsche und Perspektiven der Betroffenen
Der Workshop knüpft an den Vortrag vom Vortag an und richtet den Blick auf die Zukunft: Welche Bedürfnisse werden Menschen mit Thalidomidschädigung haben, wenn sie älter werden? Und wie möchten sie selbst unterstützt und begleitet werden? Marie Kehoe‑O’Sullivan lädt die Teilnehmer*innen ein, ihre Erfahrungen, Wünsche und Vorstellungen einzubringen und gemeinsam über die zukünftige Unterstützung und Versorgung nachzudenken.
In Irland wurde gemeinsam mit Thalidomidgeschädigten ein Konzept entwickelt, das den Zugang zu medizinischer Versorgung und sozialen Unterstützungsleistungen erleichtern soll. Daraus entstand das National Thalidomide Advocacy Office, eine nationale Beratungs- und Interessenvertretungsstelle, die Betroffene bei der Organisation und Bereitstellung individuell benötigter Unterstützung begleitet.
Im Workshop stellt Marie Kehoe‑O’Sullivan die Arbeit dieser Einrichtung vor. Sie erläutert, welche Unterstützungsleistungen angeboten werden und wie Betroffene diese in Anspruch nehmen können. Im Mittelpunkt steht der Ansatz des Co-Designs: Unterstützungsangebote werden nicht nur für, sondern gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt. Denn sie selbst sind die Expert*innen für ihren Körper, ihre Lebenssituation und ihre Bedürfnisse.
Anhand von Praxisbeispielen zeigt die Referentin, welche Bedeutung regelmäßige individuelle Bedarfserhebungen, einfache und transparente Abläufe sowie eine kontinuierliche Überprüfung der Angebote haben. Dabei geht es auch darum, wie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Betroffenen und Fachleuten gelingen kann.
Der Workshop gibt Einblicke in das irische Unterstützungsmodell und zeigt, wie eine bedarfsgerechte Versorgung zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann. Im Anschluss besteht Gelegenheit für Fragen und Austausch.