Gesundheitsversorgung in Japan: Zugänge und Hürden
29.10., 10:30 bis 11:00
Die eigene Zukunft in die Hand nehmen
Nach dem Vergleich von 1974 wurden in Japan langfristige Unterstützungsmaßnahmen für Contergan-/Thalidomid-Überlebende eingerichtet, darunter das Thalidomid-Sozialzentrum Ishizue. Seit 2011 führt zudem eine vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales finanzierte Forschungsgruppe Gesundheitsstudien und Vorsorgeuntersuchungen durch.
Dennoch gibt es bis heute keine systematische lebenslange Nachsorge und keine kontinuierliche spezialisierte medizinische Versorgung. Auch im allgemeinen Krankenversicherungssystem stoßen Contergan-/Thalidomid-Überlebende mit ungewöhnlichen körperlichen Merkmalen bei Standarduntersuchungen und ‑behandlungen immer wieder auf erhebliche Schwierigkeiten.
Mit zunehmendem Alter und angesichts lebensbedrohlicher Erkrankungen ist bei mir die Überzeugung gewachsen, dass das bestehende System unsere Gesundheit und unser Leben nicht ausreichend schützt. Nach einem Besuch in Deutschland im Jahr 2024 gründeten wir „One Team“. Dabei wurde uns deutlich, wie wichtig es ist, unsere Rechte wahrzunehmen.
Der Vortrag beleuchtet die Herausforderungen, mit denen Contergan-/Thalidomid-Überlebende in Japan beim Zugang zu Gesundheitsversorgung konfrontiert sind. Zugleich geht es um unsere Bemühungen, die notwendige Forschung und medizinische Versorgung als unser Recht einzufordern und unsere eigene Zukunft aktiv mitzugestalten.