Wiedersehen, Erinnern und gemeinsam in die Zukunft blicken

Mit bewe­gen­den Momen­ten, persön­li­chen Geschich­ten und großer Vorfreude auf die kommen­den Tage wurde der „Egmond Circle“ eröffnet.

Das Vorstands­team des Inter­es­sen­ver­bands Contergan­geschädigter beim Egmond Circle

Alte Freund*innen wieder­se­hen, neue Kontakte knüp­fen, Erfah­run­gen austau­schen und gemein­sam nach vorne schauen: Mit diesen Erwar­tun­gen sind Menschen mit Conter­gan­schä­di­gung aus aller Welt nach Egmond aan Zee gereist. Bei der offi­zi­el­len Eröff­nung des „Egmond Circle“ wurde deut­lich, wie viel sie verbin­det – und wie wich­tig es ist, das über Jahr­zehnte gewach­sene Wissen zu bewahren.

Inter­na­tio­nale Vernetzung

Udo Herte­rich, Vorsit­zen­der des Inter­es­sen­ver­bands Contergan­geschädigter NRW e. V., erklärte, was ihm dabei beson­ders am Herzen liegt: Medi­zi­ni­sche Erkennt­nisse und persön­li­che Erfah­run­gen sollen zusam­men­ge­tra­gen, doku­men­tiert und dauer­haft zugäng­lich gemacht werden. Denn mit zuneh­men­dem Alter stehen viele Betrof­fene vor neuen gesund­heit­li­chen Heraus­for­de­run­gen. Was früher noch mühsam erlernt und selbst­stän­dig bewäl­tigt werden konnte, fällt heute oft schwe­rer. Umso wich­ti­ger sei es, dass sich Ärzt*innen inter­na­tio­nal vernet­zen und ihr Wissen weiter­ge­ben – auch an die behan­deln­den Fach­leute in den Heimatländern.

Gemein­schaft stärken

Lucia Feijen von der nieder­län­di­schen Thalidomid-Vereinigung NESOS lenkte den Blick auf die kommen­den Tage: Medi­zi­ni­sche Vorträge, Work­shops, inno­va­tive Hilfs­mit­tel und prak­ti­sche Lösun­gen stehen ebenso auf dem Programm wie gemein­same Unter­neh­mun­gen. Vor allem aber gehe es darum, alte Freund­schaf­ten aufle­ben zu lassen, neue zu schlie­ßen, mitein­an­der zu lachen und die gemein­same Zeit zu genießen.

Dass zu dieser Gemein­schaft auch dieje­ni­gen gehö­ren, die nicht mehr dabei sein können, zeigte ein beson­ders stil­ler Moment der Eröff­nung. Zu Leonard Cohens „Halle­lu­jah“ erin­ner­ten Fotos an die seit 1981 verstor­be­nen Conter­gan­be­trof­fe­nen. Raum für persön­li­che Gedan­ken und Erin­ne­run­gen bietet während des Kongres­ses auch ein eigens einge­rich­te­ter Trauer- und Gedenkraum.

Dank für das Engagement

Herz­lich wurde es noch einmal, als die Menschen auf die Bühne gebe­ten wurden, die den „Egmond Circle“ mit viel Zeit, Ener­gie und Enga­ge­ment vorbe­rei­tet haben. Eine beson­dere Über­ra­schung gab es für Clau­dia Schmidt-Herterich: Eigent­lich wollte sie lieber im Hinter­grund blei­ben, doch ihre Mitstreiter*innen holten sie kurzer­hand nach vorne, um ihr für ihren uner­müd­li­chen Einsatz zu danken.

Nach diesem Auftakt darf man gespannt sein auf die nächs­ten Tage – auf neue Erkennt­nisse, inten­sive Gesprä­che, bewe­gende Geschich­ten und hoffent­lich viele gemein­same Glücksmomente.

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